Freitag, 1. Juli 2016

Schwarzweißliebe: Rundbeutel...

...mit Ethnomuster.



Das Ethnomuster wird ja mittlerweile schon länger durch den Fleischwolf gedreht. Und trotzdem haftet ihm immer noch hartnäckig die Idee von Ungebundenheit, Individualität, Hippietum und Unterwegssein an. Erdverbundenheit und Spiritualität, zwei gegensätzliche Eigenschaften, die sich dazu noch in etwas so oberflächlichen, wie einem Modestil wiederfinden.


Der Stoffcoupon mit Ethnomuster, den ich an einem Stand erblickt hatte, war Projekt No 1 auf meiner Abarbeitungsliste. Einfache Formen. Überschaubares Zeitinvestment und Taschen..., naja ihr wisst schon.


Die Größe hat sich bei mir nach der vorhandenen Stoffmenge gerichtet, wobei ich den Coupon einmal längs halbiert habe, sodass ich theoretisch noch einen zweiten Beutel daraus nähen könnte. Als schwarzen Kontraststoff habe ich schwarzen Leinenstoff vom Möbelschweden benutzt, da ich davon noch eine Menge vorrätig habe. Falls man dafür aber extra auf die Jagt geht, würde ich ein festeren und stabileren Stoff wählen. Ich habe alle Leinenteile des Außenbeutels einmal mit etwas festerer Vlieseline verstärkt. Das Futter ist unverstärkt verarbeitet.


Schnittteile: 
Leinenstoff
- Boden 2x (1mal verstärkt)
- Oberer Rand 2x mal verstärkt
- Unterer Rand 2x (1mal verstärkt)
- Innenbeutel
- Innentasche
- Trageriemen
Ethnostoff
- Mittelteil 1x
Zubehör
- Ringnieten
- Karabiner
- Kordel
- Verstelldings


Sonntag, 12. Juni 2016

Larpkleinigkeiten: Ein kleiner Beutelbaukasten

Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, was man sich so alles erbasteln kann, um seinen Charakter passend auszustaffieren oder auch seine Umgebung und allzu neumodern anmutende Sachen aufzuhübschen oder zu tarnen.

Den Anfang macht etwas, das jeder braucht, von dem man (und Frau erstmal) nie genug haben und dessen Größe, Aussehen und Design man mit wenig Aufwand und Material immer neu ertüfteln kann:

- Der Beutel -
 

Wofür will ich den Beutel verwenden?

Wenn man schon selbernäht, kann man sich schon mal ein paar Gedanken dazu machen, welche Größe, Form und welchen Verschluss der Beutel haben soll, damit man ihn gerne benutzt. Was muss reinpassen? Ist der Inhalt zerbrechlich (Trankfläschchen, Schreibfedern, Tintenfläschchen, Siegelwachs, Kreide)? Darf er geknautscht und geknickt werden (Papier, Dokumente, Ritualbedarf)? Wie schnell muss ich im Zweifelsfall an den Inhalt? Wie fest muss der Beutel verschlossen werden (so das keine Kleinteile verloren gehen)?

Ich will eine(n)...

- Flachbeutel mit
* ohne Alles
* Abnähern
* Zieharmonikaboden
* Fächern
* Klappe
- Kreisbeutel
- Beutel mit Rundboden
- Geldkatze

...ich will ihn...

- einfarbig
- mehrfarbig (z.B. Mi-Parti)
- ungefüttert
- gefüttert

...verschließbar durch...

- Zugband durch
* Tunnelzug
* Ösen
- Stoffschieber
- Holzperlen
- Lasche/Klappe mit (Druck-)Knopf

...befestigt mit...

- Schlaufen
* angeknotet
* angenäht
* angenietet
* lose

...verziert mit...

- ohne alles
- Zierstich (Nähmaschine)
- Stickerei (Hand)
- Borte
- Perlen
- Troddeln
- Lochmuster
- Wappen
- Initialen
- Farbe
- Stempel

 Zugbänder und sonstiges Verschlusswerk

- Lederschnur oder dessen Imitat
- Kordel
- geknüpftes Band (na, wer kann noch Freundschaftsbänder?)
- selbstgenähtes Band
- Zierband / Borte
- Schnürsenkel (ja nu...)
- Paketschnur
- Bast
- Knöpfe
- (Holz-)perlen als Stopper
- Strandgut (z.B. Steine mit Löchern, Muscheln mit ebensolchen, Treibholz als Knebelknöpfe verarbeitet)

Stoffwahl

- Riskiert einen Blick in eure Restekiste, auch in die eurer einschlägigen Stoffdealer
- Canvas und andere feste Stoffe mit "Stand" geben einen schönen Faltenwurf z.B. bei Rundbeuteln, müssen nicht zwangsläufig gefüttert werden und sind dazu strapazierfähig
- Leinen, Baumwolle und Mischgewebe, Stoffe mit unregelmäßiger Oberfläche und Struktur wirken meistens"zeitgemäßer"
- Wollstoffe
- Bezugs-, Möbel- und Gardinenstoffe (für das Edelvolk oder Wesen, die auch in anderen Spähren wandeln)
- Leder oder dessen Imitat

Der Stoff sieht zu neu aus?

- Schmirgelpapier wirkt Wunder oder was sonst noch da ist, um dem schönen neuen Stoff zu Leibe zu rücken
- schwarzer Tee färbt antik
- für einen Feldscher ist die Flasche Rotwein möglicherweise eine gute Wahl um das Outfit aufzupeppen
- auch Dreck in seiner reinsten Form soll Wunder wirken (z.B. Blumenerde)
- und schließlich mag auch der bedachtsame (!) Umgang mit dem Feuerzeug helfen

Man kann Beutel auch häkeln, stricken oder filzen. Was gibts noch für Möglickeiten, was könnte man noch hinzufügen?

Montag, 16. Mai 2016

Stoffmarktbesuch Mai 2016...

...und Projektplanung.

 

Der letzte Stoffmarkt ist jetzt zwei Wochen her und ich habe den an diesem Tag ausgegebenen Betrag erfolgreich verdrängt (naja, jedenfalls so sehr, dass ich nun darüber schreiben kann). Obwohl mein Einkauf eine komplett andere Tendenz genommen hat als geplant (ich wollte eigentlich ein paar Webstoffe für ein Sommerkleid, eine Tunika, einen Rock und ein oder zwei Stoffhosen), habe ich dennoch für das meiste schon einen Plan im Kopf.


Das Angebot an Jersey war gefühlt noch nie so riesig, das der Webstoffe dagegen deutlich geschrumpft (oder ich war einfach blind). Und ich bin mal wieder total fasziniert wie viele unterschiedliche Designs und Qualitäten es abseits meiner persönlichen Jagtgründe gibt (herausragend für mich der Stand mit einfach nur geilen Möbel- und Vorhangstoffen von barocken Ornamenten über warme Ethnomuster bis zu sommerlichleichten Dip Dye-Stoffen, leider nicht wirklich erschwinglich, schon gar nicht für einen Kauf ins Blaue (Zu Schade aber auch, dass ich nicht mit dem Ziel losgetigert bin, mein Sofa neu zu beziehen, meine Wohnung mit Bodensitzkissen auszustatten und alle Fenster mit neuen Vorhängen zu schmücken, ganz abgesehen davon, dass mein Geldbeutel lange Zeit nicht mehr mit mir geredet hätte).

Und ebenso faszinierend wie erschreckend, stelle ich jedes Mal aufs Neue fest, wie viele Menschen offenbar ebenfalls eine heimliche Affaire zu ihrer Nähmaschine unterhalten. Ein Wunder gar, dass die Modeindustrie noch nicht untergegangen ist.

Um auch noch bei den Kurzwaren zu stöbern fehlte mir am Ende die Kauflust sowie die Geduld mir einen Weg durch die Massen zu bahnen, obwohl hier die Auswahl in meiner Heimatstadt einigermaßen dürftig ist. Aber es war heiß (ja tatsächlich, durch die Sonne), viel zu voll und meine Tüte hin mir immer schwerer am Arm. (Ich habe die Menschen mit Rucksack an diesem Tag sehr beneidet, aber ich wollte doch eigentlich nur ein paar zarte Baumwollstoffe kaufen...)

Nun haben alle Stoffe schon ihre Runden in der Waschmaschine gedreht, sind getrocknet, nochmal vermessen und zusammengelegt und warten darauf verarbeitet zu werden. Dabei ist mir mittlerweile die Tendenz zu Prints mit Flugobjekten unterschiedlichster Art (äh, Schwalben, Schmetterlinge, noch mehr Vögel und Bienen, fast wären es auch noch Federn geworden) aufgefallen, zu denen ich gegriffen habe. Irgendwelche Rückschlüsse auf mein psychologisches Profil?

Nur einen einzigen Taschenstoff habe ich diesmal gekauft, der auch gleich als erstes verarbeitet werden soll. Der schwarzweiße Ethnoprint gefällt mir einfach gut und eine Rundbeuteltasche habe ich noch nicht genäht.


Der dunkelbunte Ethnoprint soll später zu einem knielangen Sommerrock werden. Der leichte rote Baumwollstoff, gibt mir als einziger Rätsel auf. Rock oder Tunika ist noch nicht entschieden. Der dunkelblaugetupfte Syntetikstoff wird zu einer Tunika verabeitet. Und mit den restlichen Jerseystoffen will ich meinen Bestand an T-Shirts (Kirschen, Bienen), Pullis (Schmetterlinge, der

Stoff ist auf der Rückseite angeraut) und Jacken (der Schwarzweiße Schwalbenstoff hat eine Plüschrückseite *-*) aufbessern. Aus dem Vogelprint soll ein Kleid werden.

Es macht Spaß, zu den vorhandenen Stoffen mal wieder die Schnittmuster- und Büchersammlung zu durchstöbern (und vor allem festzustellen, dass auch wirklich einiges passendes dabei ist) und sich Gedanken zu dem wohl besten Schnitt für den jeweiligen Stoff zu machen. Nun gehts darum, all die schönen Pläne auch in die Tat umzusetzen und am Ende was zu haben, mit dem man auch vor die Tür gehen kann.^^

Sonntag, 15. Mai 2016

Review: Famous Frocks - The Little Black Dress

...ein Eindruck in Bildern.


Aus der Reihe "Famous Frocks" ist dieses hier der zweite Teil und bisher meines Wissens nur auf englisch erschienen. Enthalten sind wie im ersten Band (auf deutsch unter dem Titel "Stilikonen" erschienen) Kleider, die dem Stil von modeprägenden Persönlichkeiten nachempfunden sind. Dabei gibt es für jeden Schnitt eine weitere Variante. Wer auf der Suche ist nach einem schön gemachten Nähbuch, das nicht nur mit schönen Bildern, sondern auch mit jeder Menge abwechslungsreicher und abwandelbarer Schnitte aufwartet, sollte hier vielleicht einen genaueren Blick drauf werfen. Halsausschnitte von klassisch, über wasserfall- bis zur wickelvariante sind enthalten und auch verschiedene Rockformen von grade bis ausgestellt und weit schwingend und auch Jerseyvarianten kommen nicht zu kurz.


Schnittmuster in Originalgröße (XS - XL) sind im Buch enthalten. Für mich ein deutlicher Pluspunkt.


Ein Technikteil (der tatsächlich einige Kniffe enthält, aber das ist wohl sehr vom eigenen Nählevel abhängig...) ist dem Hauptteil vorangestellt. Einige Schnittteile lassen sich auch untereinander kombinieren (Baukastenprinzip).


Der Hauptteil setzt sich aus einem Kurzportrait der jeweils federführenden Dame und einer Abbildung des nähbaren Kleidungsstücks (diesmal anders als im ersten Teil mit Originalabbildung), sowie Angaben zu Schnitt, Stoffverbrauch, Stoffempfehlungen und allen weiteren benötigten Materialien. Dazu gibt es auch noch Angaben zu den benötigten näherischen Fähigkeiten mit konkreten Verweisen auf den jeweiligen Technikpart. Danach folgt der Zuschneideplan und die Nähanleitung.

 

Wie schon den ersten Teil finde ich diesen Band wirklich gelunden. Hochwertige Aufmachung trifft nostalgisches Flair, ein Buch, das man gerne in die Hand nimmt und sich Inspiration holt und das vor allem ganz konkret Lust macht etwas daraus nachzunähen. Es sind Schöne, nicht nur klassische, in die Tat umsetzbare und alltagstaugliche Schnitte unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die sich sowohl modern als auch wirlich nah am Original umsetzen lassen. Das Ganze in einem cleanen Rahmen mit Schritt-für-Schritt Anleitung und einem Technikteil, der sich wirklich auf die im Buch enthaltenen Schnitte bezieht und einem zu den einzelnen Schnitten (und Schritten) eine konkrete Hilfestellung ist. Mit diesem Buch lässt sich wirklich eine abwechslungsreiche Garderobe erstellen, die keineswegs nach selbstgenäht schreit und die man hervorragend an den eigenen Wohlfühlstil anpassen kann.

Sonntag, 8. Mai 2016

Schwarzweißliebe: Bügelverschlusstasche...

...Fuchs auf schwarz.


Eine Tasche, für die sich nach und nach alles angesammelt hat. Futterstoff, Taschenbügel, Außenstoff, Textilkleber und Nahtband.


Den Schnitt habe ich, nachdem ich mir ein paat Anhaltspunkte bei Youtube geholt habe, freihand erstellt. Dafür habe ich diesmal ein Muster aus einem Stoffrest genäht, um sicherzugehen, dass die Form stimmt und die Tasche in den Bügel passt.


Den Außenstoff habe ich mit Bügel-Vlieseline und den Futterstoff mit Volumenvlies (bei mir mal wieder ein DM-Spültuch) verstärkt. Nach dem zusammennähen, wird dann die Tasche in den Bügel geklebt, wobei die Herausforderung darin besteht, sich nicht den Stoff mit dem Kleber einzusauen, der gerne wahnsinns Fäden zieht. Zuerst war ich skeptisch, ob das wirklich hält, aber nach dem Trocknen ist alles fest.


Handy und Portmonnaie passen rein, zusammen, mit ein bischen weibischen Kleinkram. Aber natürlich geht Schmuck oder anderer Kleinkram. ;)

Sonntag, 1. Mai 2016

Großraumtasche...

...ein Sonntagsfabrikat.


An einem zum verkriechen grauen Sonntagmorgen war es mal wieder so weit: Nach einer längeren Nähpause (naja, im Auge des Betrachters), erwachte ich voller Tatendrang. Die große Tasche, die mir schon länger fehlt, in die alles rein- und die überall zu passt und die Außentaschen für alles schnell Erreichbare haben sollte. Stoff, Futter, Form, alles schon parat in meinem Kopf. Also noch vor dem ersten Kaffee erstmal schnell die Stoffe in die Waschmaschine gestopft und dann rauf aufs Sofa, mit Kaffeetasse und Collegeblock bewaffnet an die Schnittzeichung gemacht. Von der Entstehung sind aufgrund meines Arbeitseifers diesmal keine Bilder entstanden.


Den Trageriemen habe ich dieses Mal mit Druckknöpfen befestigt, wobei ich überlege ihn doch noch festzunähen. Bis jetzt hälts aber. ;)



Das ich einen passenden Reißverschluss in meinem Vorrat gefunden habe, war echtes Glück. Ich habe die Tasche ohne Vlieseline genäht, weshalb sie sehr knautschig daherkommt, aber ich mag sie so. Wär aber fürs nächste Mal ne Maßnahme.


Ich habe es leider verpeilt, vom Innenleben Fotos zu schießen. Die Tasche hat einen schlichten roten Futterstoff, weil mein Wunschstoff nicht gereicht hat, zwei Steckfächer und eine Schlaufe zum was dran klipsen.


Die Außentasche auf der Vorderseite läuft V-förmig nach unten zu, die Außentasche auf der Rückseite ist ein Stück größer, hat grade Seiten und eine abgerundete Oberkante.

Freitag, 25. März 2016

Nagellackexperimente

...oder was tun mit Zeug, was man nicht (ver-)braucht.



Nagellacke sammeln sich manchmal bei mir an, weil ich ein Mädchen bin und mich manche Farben einfach so anziehen, dass ich sie haben muss (wider besseren Wissens). Das ich das Zeug fast nie benutze, weil ich zu ungeduldig, uneitel, untalentiert bin und keinen Geschirrspüler besitze blende ich dann getrost mit weiblicher Ignoranz aus. Was man damit noch so anstellen kann, habe ich an einem Samstagmorgen einfach mal ausprobiert. Grundlage waren ein paar Haarklammern und Ohrstecker, an denen der Originallack schon teilweise abgeplatzt war.

Die Lacke ließen sich allesamt ziemlich gut auftragen, die Ohrstecker habe ich dafür einfach auf einen Eierkarton gesteckt.

Montag, 21. März 2016

Beanie

...eine Rose für mein Haupt.


Pling. Der Gedanke war da. Brauche eine Beanie. Schön weich, nicht zu warm, platzsparend wegsteckbar. Und da ist doch noch dieser Jerseystoff, den du mal auf dem Stoffmarkt erstanden hast. Und das Bequem-und-einfach-ausdrucken-Schnittmuster von Hamburger Liebe (danke!), dass du dir irgendwann mal abgespeichert hast...


Die Fertigstellung vom Ausdrucken bis zur letzen Naht war nach Anleitung eine echt schnelle Nummer. Am längsten hat das positionieren der Aufbügelrose gedauert.^^ Natürlich hat man hier jede Menge Spielraum für Variationen, wenn man nicht so eine langweilig schwarze Beanie wie ich nähen möchte. An meiner habe ich auf der einen Seite an der Kante auf Schläfenhöhe eine Rose aufgebügelt, die ich mal auf dem Stoffmarkt erstanden habe. Auf der anderen Seite habe ich hinten in der Mitte (wo die Nähte zusammenlaufen) einen Druckknopf befestigt, den ich nach Laune auch mal auswechseln kann.


Ich mag diese Kopfbedeckung, weil ich sie nicht nach selbstgenäht aussieht, trotzdem nicht 08/15 ist und ich sie einfach unglaublich viel trage.